Montag, 6. Mai 2013

„Lust auf Gartenbau“ - oder – „Wie die Saat, so die Ernte“ Spätestens, wenn im Frühjahr die bunten Gartenkataloge der Gartnereien ins Haus flattern und die schönen Gartenzeitschriften wieder viele Anregungen für den Garten in der neuen Saison bringen, beginnt es bei den meisten Hobby-Gärtnern in den Fingern zu kribbeln. Mir geht es auch so. Trotz niedriger Temperaturen möchte man endlich wieder mit der Gartenarbeit beginnen. Die Besuche in Gartencentern und Gärtnereien mehren sich und man macht Pläne, wie der Garten in dieser Saison gestaltet werden soll. Der Anbau von eigenem Gemüse lohnt sich, denn was gibt es Schöneres, als selbst gezogenes Gemüse aus dem eigenen Garten zu ernten und zu verarbeiten Aber hier gilt ebenso wie in allen Bereichen des Lebens –eine intensive Vorbereitung ist die Vorraussetzung für den Erfolg. Es gibt Regeln für Saat des Gemüses und Anlage der Beete sowie für die Zusammenstellung der Gemüsearten die man nebeneinander pflanzt – und das gilt besonders, wenn man das Gemüse nicht als kleine Pflanze in der Gärtnerei kauft, sondern selbst aussäet. In jedem Fall steht vor der Umsetzung die umfangreiche Planung. Zunächst ist der benötigte Flächenbedarf zu beachten, wenn man man seine Familie über das Jahr hinweg mit selbstgezogenenem Gemüse versorgen möchte, gilt die Faustregel von ca 40 qm2 Anbaufläche pro Person für die Anpflanzung. Es hat sich ebenfalls als hilfreich erwiesen, bei der Bepflanzung der Beete die über Generationen von Gärtnern überlieferten Regeln zum Thema „Gute-“ bzw „Schlechte Nachbarschaft bei Gemüsepflanzen“ zu beachten. Auch die Beachtung des „Prinzips der Fruchtfolge beim Gemüseanbau“ ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Gemüseanbaus. Anbei ein paar Tipps (aus eigener Sicht) für den erfolgreichen Start des eigenen Gemüseanbaus: Die Vorbereitung: Im Herbst des vorangegangenen Jahres wurde der Bereich auf dem das Gemüse wachsen soll mit bedeckt (bei uns ist dies Schafmist, den haben wir ja reichlich von unseren Schafen). Im zeitigen Frühjahr (meist im März) wird der der Mist untergegraben und die Reihen vor der Aussaat mit der Hacke gelockert. Falls nötig, wird der Boden durch Zugabe von weiterem Dünger verbessert. Die eigentliche Aussaat des Gemüses beginnt erst bei steigenden Luft und Bodentemperaturen. In diesem Jahr wurde meine Geduld auf eine harte Probe gestellt, denn es wurde Mitte April bis die Erde die richtige Bodentemperatur für die Aussaat hatte, Bis zu diesem Moment warteten die meist herrlich dekorativ bedruckten Samentütchen im Regal auf Ihren Einsatz. Aber es half nichts, denn wenn der Boden noch zu kalt ist, kann die Saat noch nicht ausgebracht werden. Aber einige Dinge sind zu beeinflussen und diese werden hier aufgeführt. Ein altes Sprichwort sagt: „Wie die Saat, so die Ernte“. Mit der Gemüseaussaat ist man auf der sicheren Seite, wenn man mit der Aussaat des Gemüses erst dann beginnt, wenn die Erde die optimale Keimtemperatur für das jeweilige Gemüse hat. Man spricht von einer *Mindestkeimtemperatur“ die von Gemüsesorte zu Gemüsesorte unterschiedlich ist. Die *Mindestkeimtemperatur entspricht der Mindestbodentemperatur. Wenn der Boden die Optimale Temperatur für die jeweilige Gemüsesorte erreicht hat, ist der richtige Termin für die Aussaat gekommen. Bei Optimaler Bodentemperatur keimt das Gemüse schneller und die Gefahr der Schädigung des Saatgutes durch Pilze und Schädliche ist um einiges geringer. Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass die Gemüsesamen auch nicht zu lange im Boden liegen. Sie sollten zügig keimen. So beginnen Möhren bei einer Mindestkeimtemperatur von 4° Celsius erst nach 6 Wochen zu keimen. Wenn der Boden aber eine Temperatur von 12° Celsius hat, beginnen Sie bereits nach 14 Tagen zu keimen. Daher ist es besser, wenn man mit der Aussaat wartet, bis die optimalen Temperaturen erreicht werden (auch wenn es schwerfällt..). Gemüseart Mindestkeimtemperatur* Optimale Temperatur Spinat 4° Celsius 10-20° Celsius Radieschen 4° Celsius 15-20° Celsius Rettich 4° Celsius 15-20° Celsius Möhren 4° Celsius 18-20° Celsius Erbsen 5° Celsius 18-20° Celsius Buschbohnen 12° Celsius 20-25° Celsius Stangenbohnen 12° Celsius 20-25° Celsius Die Aussaat: Vor der Aussaat werden Reihen gezogen, damit die Gemüsepflanzen auch optimal gesäet werden können. Bei der Aussaat folgt man den Anweisungen auf der Samentüte. Dort ist genau beschrieben, wie das Saatgut ausgesäet werden muss und mit wieviel Erde das Saatgut bedeckt werden soll. Eine Gärtnerregel dazu lautet – den Samen nur so hoch mit feingesiebter Erde zu bedecken wie die Samen dick sind. Es ist übrigens nach der Aussaat notwendig stets darauf zu achten, dass die Erde immer gleichmäßig feucht bleibt, d.h. nicht völlig austrocknen soll aber auch nicht zu nass sein. Wenn die Temperaturen noch relativ kühl sind, kann durch die Verwendung von Vliesen und Folien den Start der Aussaat um etwa 2 Wochen verfrühet werden.. Durch diesen Schutz erwärmt sich der Boden schneller. Die Vliese oder Folien schützen die keimende Saat vor Schädlingsbefall durch kleine Gemüsefliegen oder Vögel. Gute oder Schlechte Nachbarschaft? Unterschiedliche Gemüsearten die man kombinieren kann oder die man nicht kombinieren kann: 1.Die unterschiedlichen Gemüsearten in einem Gemüsebeet sollten sich über und unter der Erde ergänzen, damit meine ich, dass sich die Pflanzen zum Beispiel nicht untereinander mit Ihren Blättern oder Früchten gegenseitig bedrängen können. 2. Die Gemüsepflanzen in einer Mischkultur nehmen aus dem Boden ganz unterschiedliche Mengen an Nährstoff und geben selbst auch bestimmte Substanzen aus Ihrem Stoffwechsel an den sie umgebenden Boden ab. Diese Wurzelausscheidungen und die Düfte der Pflanzen spielen beim Thema Gute/Schlechte Nachbarschaft eine wichtige Rolle. Es gibt Pflanzen die gern nebeneinander wachsen und andere behindern einander. So kann es sehr positiv sein aromatische Würzpflanzen neben Gemüsepflanzen zu setzen und diese tragen dann sogar zum Wohlgeschmack des Gemüses bei. 3. die Anpflanzung von Kräutern in der Nachbarschaft von Gemüsen kann Krankheiten und Schädlinge verhindern. 4. Niemals Pflanzen nebeneinander pflanzen, die die gleichen Schädlinge anziehen. So kann man die Ausbildung von „Schädlingsnestern“ verhindern. 5. Das Wachstum der Gemüsepflanzen kann bei falscher Zusammenstellung der Nachbarschaft schlechter ausfallen und und manchmal sogar komplett gestoppt werden, wenn diese Regeln nichtangewendet werden. Beispiele für erfolgreiche und weniger Erfolgreiche Nachbarschaften bei Gemüse (aus Platzgründen hier nur einige ausgesuchte Beispiele!) So vertragen sich Radieschen mit Bohnen Erbsen, Kohl, Kopfsalat und Möhren - vertragen aber eine Gurken in Ihrer Nachbarschaft. Stangenbohnen harmonieren mit Bohnenkraut,Erdbeeren,Gurken,Sellerie,Rote Beete, Kohlarten und Kopfsalat aber vertragen keine Pflanzen wie Erbsen, Fenchel und Knoblauch in ihrer Nähe. Gurken leben in guter Nachbarschaft mit Bohnn, Dill, Erbsen, Fenchel, ebenso mit Kohl, Kopfsalat, Kümmel, Lauch, Mais, Rote Beete, Sellerie, Zwiebeln, wachsen aber nicht gut neben Tomaten und Radieschen. Möhren sind verträglich mit Dill, Erbsen, Knoblauch, Lauch, Radieschen, Rettich, Tomaten, Zwiebeln und Schnittlauch. Fruchtfolge bei Gemüse: Wenn die gleichen Gemüse oder verwandte Arten zu häufig auf derselben Fläche angebaut werden können sich Krankheitserreger und Schädlinge im Gartenboden vermehren. Oder es kann passieren, dass sich Älchen (Fadenwürmer) ansiedeln, diese gefährden z.B. Möhren oder andere Doldenblütler, so werden Sellerie, oder Kohlpflanzen durch die Kohlhernie angegriffen und Salate sind durch Pilzkrankheiten gefährdet. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man die Fruchtfolge daher richtig planen. Ein "gesundes Nacheinander" der verschiedenen Gemüsesorten“ ist nicht nur entscheidend, weil sich dadurch das Krankheits- und Schädlingsrisiko vermindert, sondern es bewirkt auch, dass Nährstoffe im Boden besser genutzt werden. Die Regeln einer richtigen Fruchtfolge sollten daher beachtet werden. Man solte die Gemüsearten jedes Jahr wechseln und ebenso sollten sollten sich Pflanzen verschiedener Familien Jahr für Jahr abwechseln. Es ist nicht ratsam jedes Jahr die gleichen Pflanzen am gleichen Ort zu pflanzen oder zu säen. Berücksichtigung besonders empfindlicher Pflanzenfamilien: Hauptkulturen, wie Kreuzblütler, Hülsenfrüchte oder Doldenblütler benötigen eine lange Zeit für ihr Wachstum. Daher sollten diese empfindlichen Pflanzensorten möglichst in dreijährigem Abstand auf Pflanzenarten der eigenen Familie folgen. Eine dreijährige Anbaupause ist unumgänglich bei besonders lange stehenden Kulturen, wie im Herbst zu erntenden Kohlarten, oder auch bei Sellerie, Petersilie und dies trifft auch zu für Stangenbohnen. Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert (Säurewert des Bodens), wo die Kohlgewächse durch die Kohlhernie gefährdet sind, sollten sogar fünf Jahre keine Kreuzblütler aufeinander folgen. Diese Forderungen sind bereits annähernd erfüllt, wenn darauf geachtet wird, dass keine der besonders gefährdeten Pflanzenfamilien (Dolden-, Korb-, Kreuz-, Schmetterlingsblütler) regelmäßig mehr als ein Drittel bis ein Viertel der Gartenfläche einnimmt. Vor-und Nachkulturen: Schnellwachsende Gemüsearten wie Radies, Salat oder Spinat, werden, wenn die Hauptkulturen verteilt sind und noch genügend Zeit zur Verfügung steht, als Vorkulturen im Frühjahr oder als Nachkulturen im Sommer eingeplant. Bodenfruchtbarkeit: Es gibt Gemüsearten die sich besonders günstig auf die Bodenstruktur auswirken, wie zum Beispiel Lauch, Buschbohnen oder Kartoffeln.Diese Pflanzenarten erzeugen einen besonders krümeligen Boden. Anbau und Erntetermine., oder wie man vorhandenen Platz optimal nutzt, wird im nächsten Blog behandelt.! Sie sehen, der Anbau des eigenen Gemüses ist eine Wissenschaft für sich..Es gibt natürlich noch viele Dinge die zu beachten sind und daher kann dieser Blogbeitrag soll nur einen kleinen Abriss der Dinge geben. Bei Fragen oder Hinweisen zu diesem Themen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung! Ihre Kristin Wichert

Donnerstag, 7. Februar 2013

Das Leben auf dem Lande Was macht es eigentlich aus, das Leben auf dem Lande? Und warum fasziniert es moderne Menschen so sehr? Tagtäglich bemüht sich eine nahezu stündlich wachsende Schar von Büchern, Artikeln, Blogs, TV-Sendungen und Zeitschriften (wie Landlust, Landliebe, Landleben, Landküche, Landliebe etc.) auf diese Fragen eine Antwort zu liefern. Sie zeigen uns Hochglanzfotos und schöne Artikel oder reizende Geschichten von Menschen und Tieren und über das Leben auf dem Lande im Allgemeinen. Aber das ist nur eine Seite der Medaille, denn eigentlich zeigen all diese Publikationen oder Medien nur etwas, das wir in unserem technisierten und naturfernen Alltag schmerzlich vermissen, etwas Unverfälschtes und Echtes. Etwas, das uns zeigt, wie weit wir uns von unseren Ursprüngen entfernt haben, von den Dingen die das Landleben auszeichnen. Es sind die einfachen Dinge und die Klarheit und auch die Nachhaltigkeit der Dinge die man tut, die das Leben auf dem Lande für den stadt- und zivilisationsmüden Menschen so faszinierend machen. Die Nähe zur Natur, zu den Tieren, die ursprüngliche Gewinnung von Nahrung und Landbau (Korn, Gemüse, Obst, Eier und eventuell sogar Fleisch oder Milch) und die Nähe zu Jahreszeiten, Wetter und den Alltäglichkeiten der Natur. Das Landleben zeichnet sich aus, durch das unmittelbare Erleben von Wetter und Natur und Jahreszeiten. Man hat im Sommer plötzlich viel zuviele Johannisbeeren und muss tagelang einmachen oder einfrieren. Aber wenn man Lust hat, Salat zu ernten, dann ist das kein Problem, man geht in den Garten und erntet und die Kräuter gleich dazu. Einfach schön! Wir leben heute sehr nah an der Natur und empfinden es als Vorteil, aber das war nicht immer und nicht bei allen Mitgliedern der Familie so... Als meine Eltern 1977 das Alte Forstamt erwarben, war Ihr Ziel für die Familie ein Haus auf dem Land zu finden wo man ein naturverbundenes Leben führen, einen Garten anlegen und sich selbst mit eigenem Gemüse und Obst vesorgen kann Ausserdem suchten wir einen Platz für das Antiquariat meiner Mutter. Auch durfte das Haus nicht allzuweit von Paderborn entfernt sein, da unser Vater dort arbeitete. Wir Kinder fanden es zunächst nicht lustig von einer Kleinstadt (Bad Driburg) in der Nähe aufs „Platte Land“ zu ziehen. Auch das alte Haus fand nicht unsere völlige Zustimmung, wir fanden es stressig, dass es nicht zentralgeheizt war (und immer noch ist) und wir gezwungen waren im Winter in unseren Zimmern einen Kachelofen zu heizen. Holz holen aus dem Holzschuppen fanden wir auch nicht allzu ertrebenswert. Und die Lage des Hauses ausserhalb des Dorfes hatte die Konsequenz, dass wir morgens bei jedem Wetter mit dem Bus zur Schule fahren mussten. Und wenn wir uns mit unseren Freunden treffen wollten, bedeutete dies eine viel längere Anreise und gegebenenfalls musste man die Eltern überzeugen einen hinzufahren und wieder abzuholen. Zunächst also hatte das Landleben für uns Kinder nur Nachteile, aber nach kurzer Zeit änderte sich das..plötzlich konnte ich ein kleines Pony halten und mein Bruder hielt einen Hund und wir fanden es auf dem Land nicht mehr so schlecht. Und das Thema Freunde besuchen war kein Problem mehr, weil die es bei uns viel schöner fanden und gern vorbeikamen. Wir arrangierten uns mit dem Thema Fahrzeit zur nächsten Stadt oder ins Dorf, bekamen ein Fahrrad und wir waren zufrieden. Nach einigen Jahren machten wir dann den Führerschein und es war überhaupt kein Thema mehr, dass wir ausserhalb wohnten. Heute empfinde ich es als Glück auf dem Lande wohnen zu dürfen.allerdings mit ein paar Nachteilen. Noch immer ist der Winter auf dem Lande anders als in der Stadt, hier werden die Strassen, wenn überhaupt erst später geräumt und es kann ein Abenteuer sein, um 7.00 Uhr in die Stadt zu fahren. Das Leben auf dem Land erfordert halt immer noch ein wenig mehr Organisation, als das Leben in der Stadt. Man muss mehr uns besser organisieren. Einkaufen macht man nach der Arbeit auf der Heimfahrt und alle anderen Besorgungen auch. Aber positiv am Leben auf dem Land ist, dass es mittlerweile auf dem Lande an Kulturellen Möglichkeiten und Möglichkeiten etwas zu unternehmen keinen Mangel mehr gibt.. im Sommer findet das literarische Festival „Wege-durch-das-Land“ auf Burgen und Schlössern und Mühlen und Forsthäusern statt und im Winter gibt es allerorten Lesungen, Konzerte und interessante Veranstaltungen die den Besuch lohnen. Und wenn jemand in der Familie krank ist, gibt es in unserem Dorf eine hervorragende Allgemeinmedizinerin. Wir haben hier zwei Apotheken, einen Optiker, einen Zahnarzt, besagte Allgemeinmedizinerin, eine Gärtnerei, einen Blumenladen, 3 Einkaufsmärkte, Getränkemärkte, Kneipen, Cafes, eine grosse Halle, ein aktives Vereinsleben und last but not least einen grossen Bahnhof usw..es ist alles da..was man so braucht.. Aber der eigentliche Vorteil des Landlebens liegt woanders. Für mich liegt die Faszination des Landlebens in der engen Verbindung der Menschen mit der sie umgebenenden Natur und den Tieren. Wir erleben diese Verbindung ganz unmittelbar – wir haben auf der einen Seite die Nähe zum Wald und dessen Bewohnern, so kommt es vor, dass sich ein Reh auf den Hof verirrt, oder der Fuchs schaut auf der Wiese vorbei. Ausserdem halten wir Hühner, Schafe, Hund, Katzen und Tauben. Die Tiere erfordern viel Zeit und Pflege, aber man kommt zur Ruhe und es ist entspannend die Tiere zu füttern oder zum Beispiel einem Lämmchen die Flasche zu geben. Natürlich schränkt das die Freiheit ein, zuerst müssen die Tiere versorgt werden und zwar morgens und abends und erst dann kann man auf den Markt fahren oder etwas anderes unternehmen. Der Tagesablauf wird von den Bedürfnissen der Tiere bestimmt.Im Sommer kommt noch der Garten hinzu, der auch gepflegt werden will. Aber es macht viel Spass, mit den Tieren zu leben, die Tieren zu beobachten und für sie dazusein. Denn alle Tiere sind eigene Persönlichkeiten und selbst Huhn ist nicht gleich Huhn. Wir haben zum Beispiel eine rothaarige Henne, Klärchen die recht pfiffig ist. Klärchen ist sehr menschenbezogen und zahm und kommt sogar ins Haus (wenn die Haustür offen steht) um zu schauen, ob es eventuell für sie etwas zu fressen gibt. Dazu spricht Sie, sie plaudert förmlich und alle in unsere Familie wissen, wenn man diesen fröhlichen Laut hört, die skrupelose Klärchen ist im Haus. Dann rennen wir und expedieren Sie durch die Haustür wieder auf den Hof. Ehe Sie irgendwelchen Blödsinn in der Küche anstellt. Unsere Schafe geniessen die Gesellschaft Ihrer Schaffamilie – für ein Schaf gibt es nichts Schlimmeres, als allein zu sein. Eine Schafgruppe besteht zwar aus Individuen, sie empfinden sich aber als Gruppe, als Team. Die Schafe haben Ihren eigenen Tagesablauf, der besteht aus 4 Stunden fressen im Wechsel mit 4 Stunden ruhen. Die Schafe brauchen Zeit und Ruhe, um die Nahrung wiederzukäuen. Daher sieht man auf einer Wiese immer einige Tiere, die sich zum Beispiel unter einem Baum zurückziehen. Aber auch bei Schafen gibt es interessante Persönlichkeiten, bei uns ist eines dieser Schafe die Ausbrecherkönigin das Schaf „Warze* (*das Tier hat eine markante Warze auf der Nase, die Ihr das Aussehen einer Hexe gibt). Die Schafdame „Warze“ kann jede Stalltür öffnen, die nicht 100%ig geschlossen ist und Sie kennt sich gut aus mit Futtertonnen, die öffnet Sie trotz geschlossener Lasche und tut sich am Futter gütlich. Auch das ist ein Zeichen von Intelligenz und wir amüsieren uns über unsere Tiere. Dann gibt es die neugierigen Tauben die gern über den Garten schweben und dort Ausschau nach frisch in die Erde gebrachtem Saatgut halten – und sobald man den Rücken dreht, fressen Sie alle Erbsen, die man gerade gepflanzt hat. Man muss viel Humor und Geduld haben – aber auf alle Fälle sind die Tiere immer für eine Story gut. Das interessanteste am Landleben ist eigentlich auch, dass irgendwie Alles mit Allem zusammenhängt. Das wussten die Bauern schon vor Jahrhunderten, aber wir hatten das wohl zwischenzeitlich vergessen.. So zum Beispiel der schlaue Zaunkönig die an Regentagen im Stall Insekten jagt. Der Zaunkönig findet nur etwas zu fressen, wenn man eben man nicht allzusehr eingreift und eventuell Spinnenweben und die Spinnen im Stall nicht dauernd beseitigt. So lernt man schnell auf dem Lande, dass man sich jede Aktion überlegen muss und alles was man tut Auswirkungen auf die Natur hat. In meinem nächsten Blog (dem Frühjahrsblog des Alten Forstamtes im Teutoburger Wald) werde ich dann über Hund, Katzen und den Garten berichten. Wenn Ihnen mein Text gefallen hat, geben Sie mir Feedback – darüber freue ich mich sehr. Auch Fragen oder Hinweise beantworte ich gern! Ihre Kristin Wichert

Samstag, 8. Dezember 2012

Das Alte Forstamt im Winter 2012. Die Vorweihnachtszeit ist ideal, um Resumée zum vergangen Jahr zu ziehen. Wie war das Jahr 2012 für das Alte Forstamt und seine Bewohner? Ein schönes und unvergessliches Jahr liegt hinter uns. Zwei grosse Veranstaltungen (Wege-durch-das-Land am 14/15.07.2012 mit vielen Gästen und ebenso viel Kultur sowie die schöne Veranstaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz "Tag des Offenen Denkmals" die am 9. September 2012 stattfand (mehr dazu s. unter Aktuelles)liegen hinter uns, es war viel Arbeit zu leisten, aber die reizenden Gäste haben die Mühe gelohnt. Es waren schöne Gespräche die auf den Event geführt wurden. Mit den Jazzmusikern der Veranstaltung hat sich eine Freundschaft entwickelt. Es war uns eine grosse Ehre, die Gäste und Künstler bei uns begrüssen zu dürfen. Den alten Forstmeistern hätte das sicherlich gut gefallen, den Garten so belebt zu sehen. Das Jahr war anstrengend, hat aber auch viel Spass gemacht, einmal etwas Neues zu probieren, zwei Events auf dem Grundstück zu stemmen..Die Kommentare waren positiv und es war schön, so nette Menschen zu treffen. Die vielen Gäste der Veranstaltung und auch unsere Gäste die teilweise zum 3 Male in unseren Ferienwohnugen Urlaub machten, waren zufrieden..Das ist doch die Hauptsache, dann hat sich die ganze Arbeit gelohnt. Wir blicken auf viele glückliche Stunden zurück. Das Jahr 2012 war ein wirklich aktives Jahr und man glaubt es kaum - schon wieder ist das Jahr beinahe zuende..die Zeit rast. Man erlebt hier auf dem Lande die Jahreszeiten intensiver..den Vogelzug der Kraniche im Herbst/Winter, die Rückkehr der Schwalben, jedes Blühen, jede Veränderung in der Natur bemerkt man sofort. Der Gemüsegarten hat uns alle überrascht..zum ersten Mal wuchsen die Tomaten so schön wie nie - und die Artischocke war kaum zu bremsen, war wuchsfreudig und hat die letzte Knolle im November produziert. Auch der Kräutergarten hat sich gut entwickelt. Das Lavendelbeet hat die Bienen des Nachbarn angelockt und es war eine Freude, das Summen und die Geschäftigkeit zu erleben. Auch die Apfelbäume haben von den Bienen profitiert und diese wiederrum von den Blüten. Vögel und Insekten waren erstaunlich aktiv in diesem Jahr..die Glühwürmchen (es waren so viele, wie nie zuvor)leuchteten in den lauen Sommernächten wie kleine Laternen, die Maikäfer erschreckten die Kinder mit Ihrem Brummflug und freuten die Hühner..Clärchen war eine sehr erfolgreiche Jägerin.. die Grillen zirpten und auch die Schwalben haben überraschendes fertiggebracht. Das Schwalbenpaar hat in seinem Nest auch 3 Hausrotschwänzchen ausgebrütet und beide Elternpaare haben gefüttert. Die Vogelkinder waren entsprechend gut genährt und es sah einfach schön aus, zwei schwarze Schwälbchen und 3 graue Hausrotschwänzchen im Nest unter dem Torhaus sitzen zu sehen. Wir werden wetiere Schwalbennester und Holzbrettchen unter dem Torhaus anbringen damit für alle brütenden Vögel Platz ist... Aber nun wird es Zeit die Weihanchtsdekoration vom Dachboden zu holen und diese anzubringen.. Die Farbpalette der Dekoration ist in diesem Jahr etwas anders als sonst..bisher waren es immer die klassischen Grüntöne, Gold und Silber die mich faszinierten..in diesem Jahr wird es wohl auf Weiss, Silber und Rosa hinauslaufen..auch die Tannendeko wird etwas natürlicher ausfallen, weniger Masse, dafür mehr Klasse (hoffe ich). Bin sehr gespannt, wie es der Familie gefallen wird. Hauptsache ist allerdings, dass Igor der Kater nicht wieder den Weihnachtsbaum entert und Benny die Krippenfiguren ungeschoren lässt und das Jesuskind nicht wieder apportiert und irgendwo versteckt..Aber wo wär man ohne Tiere die Erstaunliche und witzige Dinge machen..da gäb es ja gar keine Geschichten zu erzählen? Was wird 2013 bringen...mal sehen - auf alle Fälle Viel Arbeit und bestimmt auch viel Freude. Wir sind gespannt. Geben Sie mir Feedback, wenn Ihnen dieser Text gefallen hat. Gern nehme ich auch Anregungen auf und beantworte Ihre Fragen! Ihre Kristin Wichert

Mittwoch, 25. Juli 2012

Wege-durch-das-Land im Alten Forstamt

Wege-durch-das-Land am 14/15.07.2012 im Alten Forstamt im Teutoburger Wald

Die Kunst darf nie populär sein wollen. Das Publikum muß künstlerisch werden.
Oskar Wilde

Dies ist, wie ich finde, ein gutes Motto für ein ungewöhnliches Event. Seit nunmehr 13 Jahren findet das einzigartige und anspruchsvolle Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land in unserer Region statt. In diesem Jahr finden die Veranstaltungen vom 11. Mai bis zum 28. Juli 2012 in verschiedenen Bauernhöfen, in einem Forsthaus, auf Schlössern, Mühlen und romantischen Klöstern statt. So auch im Rosengarten des Alten Forstamtes im Teutoburger Wald. Am 14. und 15. Juli 2012 fanden zwei Veranstaltungen bei uns statt. Es war viel Vorbereitung nötig, denn es sollte sich alles von seiner besten Seite zeigen..das Haus wurde gestrichen, die Hecken geschnitten, die alte Eiche um trockene Äste bereinigt, das Torhaus ausgeräumt für das Catering, der Bauerngarten wurden kultiviert, sämtliche Beete, Rosenrabatten und Kräutergarten wurden neu aufgepflanzt, gejätet und aufs Beste gepflegt.. Es wurden Rosenbögen gebaut, die Zäune repariert – Wiesen gemäht – der Hof neu eingesät und die Blumenkästen bepflanzt, kurzum man hat sich monatelang auf den Höhepunkt des Jahres vorbereitet.

Am Freitag, den 13.07.2012 liess Frau Dr. Labs-Ehlert, die Festivalorganisatorin, das grosse Zelt im Garten aufbauen und verschiedene kleinere Pavillions auf dem Hof für das Catering aufstellen (da für den Samstagaben Regen erwartetet wurde). Das grosse Zelt wurde direkt neben den Rosenrabatten aufgestellt und durch die Fenster des Zeltes sah man auf blauen Rittersporn, rote Rosen und die bunten Blumen des Bauerngartens. Es war ein war ein geradezu impressionistischer Anblick.

Das kompetente und motivierte Team von Literaturbüro Detmold die „Wege-durch-das-Land“ organisieren kam und  es wurde allerorten gewerkelt - ein Büchertisch und Stuhlreihen im Zelt aufgebaut,  Stuhlnummern aufgeklebt, Soundcheck gemacht.. Heizungen im Zelt aufgestellt, die Ferienwohnungen wurden zu Künstlergarderoben umfunktioniert..– es herrschte eine  fröhliche Stimmung wie in einem Bienenstock. Und allmählich kam auch bei uns die Vorfreude auf das Event.

Und dann war es schliesslich soweit – am Samstag, 14.07.2012, erschienen schon um 09.00 Uhr die ersten Helfer von Wege durch das Land. Um 14.00 Uhr war es soweit die letzten Aufbauarbeiten und Soundchecks durchgeführt.., Blumenschmuck auf die Tische und im Zelt stellen, die Wege auf dem Hof wurden mit Platten abgedeckt,  Regenschirme wurden bereitgestellt, die Parkeinweiser nahmen Position ein und die ersten Künstler kamen an, Matthias Habich, Tomas Venclova, Michel Godard und Gavino Murgia. Um 17.00 erschienen dann die ersten Festivalgäste, flanierten über den Hof und betrachteten den Garten. Welch ein Glück, dass sich Hof und Garten im besten Gewande präsentierten.. Kurz vor 18.00 Uhr war es dann soweit – die Gäste gingen durch das Holztor in den Garten und betraten das  weisse Zelt im Garten. Tomas Venclova und seine Übersetzerin kamen und nahmen Platz in der ersten Reihe..und die Spannung stieg auch bei uns..

Dann wurden die Gäste begrüsst, eine kurze Rede von mir –Frau Dr. Labs-Ehlert sprach die Einführung und ein Grusswort und die erste Lesung begann..Thomas Venclovas Gedichte wurden auf in Lettischer Sprache und dann auf Deutsch gelesen. Gebannt lauschten die kundigen Gäste..die kehlige Sprache und die Sprachmelodie fesselten die Zuhörer. Einzigartig. Übersetzerin Claudia Sinnig las die Texte dann auf Deutsch vor..Eine schöne sommerliche Stimmung lag in der Luft.
Dann folgte der musikalische Höhepunkt des Veranstaltung ..die Jazzmusiker Michel Godard (Serpent, Tuba und Bass) und der Stimmkünstler und Saxofonspieler Gavino Murgia. Es begann mit einem ruhigen Stück und das Erstaunen über die traumhaft schöne, aber ungewöhnliche Musik war spürbar. Obertonmusik und Tuba das ist etwas neues, ungehörtes und vielleicht sogar unerhörtes auf alle Fälle aber virtuos und ungewöhnlich. Den Nachbarh motivierte es zum Krähen und auch die Schafe auf der Weide nahmen aktiv am Konzert teil – offensichtlich wurden die sardischen Schäferlieder auch von Ihnen verstanden.In der Pause wandelten die Gäste durch Hof und Garten und genossen die Leckerein die der Germanenhof Ihnen bot. Es war ein rundum gelungenes Fest und eine wundervolle Stimmung die durch Fackeln und Kerzen unterstützt wurde. Die Strahler die auf einen Rosenboben, auf die Alte Eiche und auf das Haus gerichtet waren unterstützten die romantische Stimmung.

Nach der Pause folgte die fantastische Lesung von Matthias Habich aus dem Roman des polnischen Literaturnobelpreisträgers Czeslaw Milos – Das Tal der Issa. Die Ähnlichkeit des Alten Forstamtes und dem Tal der Beke mit der beschriebenen Landschaft war auffallend und die Gäste genossen den Abend und zogen Vergleiche zu anderen Veranstaltungen . Allgemeine Heiterkeit erregte die gekonnte Darstellung der Balzrufe eines Auerhahns durch Matthias Habich und der Hofhahn fühlte sich animiert dies mit einer eigenen Darbietung zu untermalen..

Die zwei Tage in denen der Literatur-und Musiktroß von Wege durch das Land bei uns Station machte – werden uns lange im Gedächtnis bleiben.

Kristin Wichert

Dienstag, 15. Mai 2012

Frühsommer im Alten Forstamt im Teutoburger Wald

Frühling im Alten Forstamt im Teutoburger Wald

Lange hat es gedauert, aber endlich ist es im Alten Forstamt im Teutoburger Wald Frühsommer geworden, die Lämmer meckern auf den Weiden, unsere Hühnerküken wagen erste Ausflüge nach draussen die ersten Blumen und Obstbäume blühen..die Tage werden länger und wir alle geniessen die ersten Sonnenstrahlen, die wir so lange herbeigesehnt haben.

Der Dichter Friederich Wilhelm Weber (der übrigens aus unserer schönen Region stammte) beschriebt dies in den Eingangszeilen seines berühmten Epos "Dreizehnlinden" sehr treffend:

1. Wonnig ist's, in Frühlingstagen
Nach dem Wanderstab zu greifen
Und, den Blumenstrauß am Hute,
Gottes Garten zu durchschweifen.

2. Oben ziehn die weißen Wolken,
Unten gehn die blauen Bäche,
Schön in neuen Kleidern prangen
Waldeshöh' und Wiesenfläche...

Diese Zeilen drücken aus, was wir alle im Augenblick fühlen - Freude über das Erwachen der Natur und endlich weicht der Winter (die Eisheiligen sind vorbei..die die Vegetation beginnt zu wachsen)..Wandern und sich draussen aufhalten macht wieder Freude. Die ersten Gäste besuchen uns im Alten Forstamt. Der Sommer ist nicht mehr aufzuhalten! Die Arbeiten im Garten schreiten voran, es wird neuer Buchsbaum gepflanzt, einige Gemüsepflanzen sind bereits gepflanzt Fenchel, Grünkohl, Rotkohl, Weisskohl und Salat und die Pflanzen gedeihen gut, weitere werden folgen. Die zarten Pflänzchen werden aber natürlich noch vor der Witterung geschützt. Das grosse Blumenbeet mit einjährigen Blumen wächst heran und wir werden bald genug schöne Pflanzen für die Vase haben. Die Tomaten setzen bereits an, bei Gurken und Kürbis dauert es wohl noch etwas. Kräuter- und Gewürzgarten: der Kräuter- und Gewürzgartenist wrude mit typischen Pflanzen bestückt. Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckl (Maggikraut) Gartenpimpinelle, Bohnenkraut (wichtig für Omas Bohneneintopf), Thymian, Oregano, Majoran, Dost, Salbei, Dill, Minze (verschiedene Sorten)und weitere Kräuter und Gewürze werden folgen. Nun müssen nur noch Beschriftungen für den Kräutergarten her..dann ist alles fertig. Ich freu mich schon auf die Rezepte die ich mit diesen herrlich schmeckenden und duftenenden Kräutern kochen werde. Die Familie freut sich schon darauf. Lavendelbeet - Das Projekt Lavendelbeet ist schon weit fortgeschritten, verschiedene Lavendelsorten haben Ihren Platz gefunden..der Duft ist unbeschreiblich und ich hoffe, das an warmen Sommerabenden der Lavendel seinen Duft im Garten verbreitet. Ich werde das an dieser Stelle berichten. Rosen - die Rosen haben noch einiges nachzuholen nach den Kahlfrösten im Frühjahr..aber dank Wetterschutz haben dies wohl alle Pflanzen überstanden. Bin gespannt, wann meine Rose Ascot wieder blüht. Zaunbau - die neuen Tore und der erste Teil des Zauns sind endlich fertig..Schafbock Anton findet es nicht so toll, jetzt ist seinen Ausbruchsversuchen ein Riegel vorgeschoben. Seine Damen finden das ganz in Ordnung und die kleine Herde geniesst eine ungestörte Zeit auf der Weide. So, das wärs für heute - weiteres folgt in einigen Wochen vor unserem grossen Event im Juli 2012. Gruss Kristin

Dienstag, 20. März 2012

Lichters Schnitzeljagd vom 16.03.2012 im WDR

Lichters Schnitzeljagd macht Station im Alten Forstamt im Teutoburger Wald:
Im Frühjahr 2011 wurde eine interessante Anfrage an uns herangetragen.."Wir planen eine neue Sendung - eine Kombination aus Reisen und Geniessen in Nordrhein Westfalen..mit Horst Lichter. "Lichters Schnitzeljagd" - wären Sie eventuell daran interessiert, unentgeltlich daran mitzuwirken?"
Nach kurzem Überlegen entschlossen wir uns, nicht gleich abzusagen..und so kam dann schon Anfang März 2011 dann ein Rechercheteam aus Fotografin und Videokünstlerin zu uns. Die Damen waren sehr interessiert und es war sehr schön, Simim K. und Saskia W. das Alte Forstamt zu zeigen und es wurde viel gefilmt und fotografiert und ein kleines Interview gemacht..alles noch ganz locker und unverbindlich. Aber dann wurde es ernst..denn schon einige Tage später kam dann der Anruf vom WDR - "wir möchten Anfang Mai am 2011 mit bei Ihnen drehen".
Kurz vor dem Drehtermin - reiste die Regisseurin Regine N. an und erstellte ein schönes Konzept und machte ein weiteres Recherchegespräch für das Drehbuch und für die Texte der Sendung "Lichers Schnitzeljagd" Sie stellte uns eine Menge Fragen, nahm die Kochbücher von Grossmutter Margarete Pollmann in Augenschein und legte auch gleich einen Drehtermin fest. Schliesslich wurden auch der 5. und 6. Mai 2011 als Drehtermine festgelegt.
Wir waren alle sehr gespannt, wie es wohl laufen würde..
Wochen gingen ins Land..wir wurden immer aufgeregter....dann kam der grosse Tag - am 5 Mai 2011 um 07.00 Uhr erschien die komplette Filmcrew aus 11 Personen,2 Kameraleuten, 2 Tonexperten, einem Beleuchter, Assistenten, Make-up Expertin, Fotografin, etc..und die Regisseurin. Man begann damit den ersten  Drehtag in der Gutsküche vorzubereiten. Der Aufbau von Kameras und Licht begann, das war eine aufwändige Arbeit.
Der Aufbau dauerte dann auch einige Stunden und schliesslich kam der Anruf - Horst kommt gleich... Kurze Zeit später erschein ein dunkles Fahrzeug mit Horst an Bord. Kurze Vorstellung..nein wie ist das schön hier. Und wir waren uns übrigens sofort sympathisch und das kommt im Film rüber...Und dann ging es auch schon richtig los..die Küche wurde komplett mit Studioleuchten ausgeleuchtet und schon geht der Dreh los....Ruhe bitte und "Bitte - kam von der Regisseurin, Klappe und..."nun begann der anstrengende Teil - trotz 30 Grad Hitze im Licht der Scheinwerfer..
Fernsehleute sind hart mit sich selbst und Ihren Darstellern, da wird nicht schlappgemacht..es wird gedreht, trotz Durst und Hunger und grosser Hitze am Herd, der ja permanent mit Holz gefüttert wurde...aber vielleicht ist die Suppe ja gleich gar..nichts da....da wird nix zwischendurch gefuttert..wir werden warten - bis alles im Kasten ist.. ach so..na ja...entschuldigung..dann warten wir eben..
Während des Drehs wurde dann noch ein wenig über Westfalen und die Kulinarischen Traditionen der Region und Omis Kochkünste geplaudert und irgendwann waren die Innendrehs im Kasten. Endlich fertig und wir machen Pause, aber nein.. ..der Dreh ging weiter..Szenenwechsel - Willkommensszene mit Horst im Eingangsbereich des Alten Forstamtes, Horst klingelt an der Tür.. die grosse Glocke erklingt, nein das war nichts..das drehen wir nochmal - Bitte und nun aber..nicht so leise..bitte hierher schauen..viel später und nach..weiteren Takes geht es weiter mit dem Dreh auf dem Hof ...Das ging ja schnell..nun kommen die Szenen mit den Tieren...die Szenen mit den Lämmern und den Schafen wurden auf der Weide gedreht - die Tiere  spielen auch gut mit..alles ok, keine Probleme ..
Resumee: Es war eine unvergessliche Erfahrung für alle auf dem Alten Forstamt..auch Enterich Berluskoni und Katze Pitti hatten eine tragende Rolle..schön wars aber anstrengend....
Das Ergebnis dieser zwei Tage kann man Sie im auf den WDR Seiten im Videostream erleben Lichters Schnitzeljagd vom 16.03.2012. Horst Lichter hat gemeinsam mit meiner Tochter das "westfälische Schnippelbohnendurcheinander" - nach einem Rezept meiner Mutter - Margarete Pollmann gekocht. ..unter diesem Link finden Sie weitere Infos zur Sendung: http://www.wdr.de/tv/lichtersschnitzeljagd/sendungsbeitraege/2012/0316/index.jsp